26 Januar 2026

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Keine Vampire, sondern Helfer: Fledermäuse

Es gibt sie schon seit über 50 Millionen Jahren, lange bevor es den Menschen gab. Ausserdem sind sie die einzigen Säugetiere, die fliegen können, und gleichzeitig auch die grösste Säugetiergruppe in der Schweiz. Die Rede ist von Fledermäusen. Diese besonderen Tiere spielen eine zentrale Rolle im Gleichgewicht der Natur. Leider sind trotz Schutz fast alle Arten gefährdet.

Das Logo der Stiftung Fledermausschutz

Die Lebensräume der Tiere

Fledermäuse sind die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Ihre Flügel funktionieren wie Hände: Die stark verlängerten Fingerknochen sind von einer dünnen Hautmembran überspannt, der Daumen ist kurz und frei und hilft beim Festhalten oder Klettern. Deshalb lautet ihr wissenschaftlicher Name Chiroptera, was übersetzt "Handflügler" bedeutet.

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Die Tiere sind nachtaktiv und verbringen den Tag in geschützten Quartieren, die Wärme und Sicherheit bieten. Ab etwa April werden sie nach dem Winterschlaf wieder aktiv und kehren in ihre Sommerquartiere zurück. Zwischen Mai und August nutzen sie warme Orte wie Dachböden, Scheunen oder Felsspalten. In dieser Zeit bilden die Weibchen Wochenstuben, in denen sie ihre Jungen aufziehen. Meist bringt ein Weibchen pro Jahr ein Jungtier zur Welt, das mehrere Wochen gesäugt wird und im Laufe des Sommers lernt, zu fliegen und selbstständig Insekten zu jagen.

Ab September beginnen die Fledermäuse, sich auf den Winter vorzubereiten. Sie fressen sich Energiereserven an und wechseln in kühle Winterquartiere wie Keller, Stollen oder Höhlen. Dort halten sie von Oktober bis März Winterschlaf, um Energie zu sparen. In dieser Zeit kann ihre Atemfrequenz auf nur zwei Atemzüge pro Stunde sinken.

Die häufigsten Fledermausarten der Schweiz

In der Schweiz leben rund 30 Fledermausarten, weltweit sind es über 1'500. Zu den hierzulande relativ weit verbreiteten zählen unter anderem diese drei:

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Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus): Die kleinste und häufigste Fledermausart der Schweiz. Sie lebt oft in Siedlungen, jagt kleine Insekten im Flug und nutzt Spalten an Gebäuden oder Fledermauskästen als Quartier.

Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii): Eine weit verbreitete Art, die besonders im Herbst und Winter auffällt. Sie nutzt Baumhöhlen, Holzbeigen oder geschützte Gebäudestrukturen als Ruhequartiere und ist für ihre saisonale Wanderung bekannt.

Braunes Langohr (Plecotus auritius): Ein typischer Waldbewohner mit sehr langen, auffälligen Ohren, der aber auch in Siedlungen vorkommt. Es jagt vor allem grössere Insekten in ruhigen, strukturreichen Lebensräumen.

Besonderheiten der Fledermäuse

Fledermäuse besitzen einige aussergewöhnliche Eigenschaften. Besonders bekannt ist ihre Fähigkeit, sich auch in völliger Dunkelheit sicher zu orientieren. Mithilfe der sogenannten Echoortung senden sie hochfrequente Ultraschallaute aus, die für den Menschen nicht hörbar sind. Diese Schallwellen werden von Objekten und Beutetieren zurückgeworfen und als Echo wieder aufgenommen. So können Fledermäuse selbst kleinste Insekten im Flug jagen.

Das Schweizer Bundeshaus ist zu sehen, dass durch die Abendsonne erleuchtet wird. Zudem ist blauer Himmel im Hintergrund zu sehen.

Entgegen eines weit verbreiteten Mythos sind Fledermäuse nicht blind. Sie sehen durchaus gut, insbesondere bei Dämmerung und schwachem Licht. Erst die Kombination aus Sehen und Echoortung ermöglicht es ihnen, nachts aktiv zu sein und Lebensräume zu nutzen, in denen andere Tiere kaum zurechtkommen.

Typisch für Fledermäuse ist ausserdem, dass sie kopfüber hängen, wenn sie ruhen oder schlafen. Ihre Krallen und Sehnen sind so aufgebaut, dass sie sich ohne Muskelkraft festhalten können. Diese Haltung bietet mehrere Vorteile: An Decken von Höhlen oder unter Dächern sind sie für bodennahe Fressfeinde schwer erreichbar, sparen Energie und können sich bei Gefahr direkt fallen lassen und in den Flug übergehen. Ein speziell angepasster Kreislauf sorgt zudem dafür, dass sie problemlos längere Zeit kopfüber hängen können, ohne dass sich Blut im Kopf staut.

Warum Fledermäuse wichtig sind

Fledermäuse spielen eine zentrale Rolle in unseren Ökosystemen. Als Insektenfresser fressen sie jede Nacht Tausende von Mücken, Nachtfaltern, Käfern und anderen Insekten. Auf diese Weise helfen sie, die Natur im Gleichgewicht zu halten, und wirken wie eine natürliche Schädlingsbekämpfung.

Obwohl alle Fledermausarten in der Schweiz bundesrechtlich geschützt sind, sind fast alle auch gefährdet. Die wichtigsten Gründe sind:

  • Verlust von Quartieren: Fledermäuse sind bei der Wahl ihrer Quartiere sehr wählerisch. Dachausbauten, Renovationen oder Gebäudesanierungen zerstören oft jahrzehntelang genutzte Plätze, wodurch es für die Tiere schwierig wird, Ersatzquartiere zu finden.

  • Mangel an Nahrung: Durch intensive Landwirtschaft, häufiges Mähen und den Rückgang artenreicher Wiesen stehen immer weniger Insekten zur Verfügung. Damit fehlt den Tieren ihre wichtigste Nahrungsquelle.

  • Pestizideinsatz: Chemische Mittel reduzieren nicht nur die Zahl der Beutetiere, sondern können Fledermäuse auch direkt schädigen, wenn sie belastete Insekten fressen.

  • Lichtverschmutzung: Künstliches Licht stört Fledermäuse stark. Viele Arten meiden beleuchtete Gebiete, wodurch ihre Lebensräume fragmentiert und Flugkorridore unterbrochen werden. Manche Arten jagen zwar direkt am Licht, doch viele Insekten werden im Lichtkegel angelockt und sterben dort, bevor sie gefressen werden können. Zudem stört helles Licht die innere Uhr und Orientierung der Tiere.

Wie können wir Fledermäusen helfen?

Es gibt viele Dinge, die jede Person ganz einfach tun kann, um Fledermäuse zu unterstützen und ihre, und schlussendlich auch unsere, Lebensräume zu erhalten:

Eine Gemeine Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) ist zu sehen, wie sie auf einer Blume herumkrabbelt. Dabei ist ihre rote Farbe mit dem charakteristischem Muster sehr gut zu sehen.
  • Quartiere bewahren:

    Alte Dachböden, Scheunen und Baumhöhlen ungestört lassen. Bei Renovationen frühzeitig Fachpersonen einbeziehen.

  • Fledermauskästen montieren:

    Sie bieten wertvolle Ersatzquartiere, wenn natürliche Plätze fehlen.

  • Lebensräume fördern:

    Vielseitige Gärten, Hecken, Wiesen oder Feuchtgebiete liefern Nahrung und wichtige Flugkorridore.

  • Insektenfreundlich gärtnern:

    Auf Pestizide verzichten und einheimische Pflanzen fördern.

  • Licht reduzieren:

    Künstliche Beleuchtung nur dort einsetzen, wo sie unbedingt nötig ist, damit Fledermäuse ungestört jagen und fliegen können.

Wenn Sie eine lebende Fledermaus finden, etwa von der Katze gebracht oder verletzt aufgefunden, kontaktieren Sie unbedingt die Schweizer Stiftung Fledermausschutz! Die ExpertInnen beraten fachlich, kümmern sich um die Tiere und sorgen dafür, dass sie bestmöglich versorgt werden.

Fledermäuse können Krankheiten übertragen, deshalb sollten sie niemals mit blossen Händen angefasst werden, sondern nur mit Handschuhen! Auf der Website finden Sie zudem umfassende Informationen, praktische Tipps und Ansprechpartner, die zeigen, wie Fledermäuse effektiv geschützt und unterstützt werden können.

Kontaktieren Sie den Fledermausschutz!

Sind bei Ihnen Fledermäuse eingezogen?

Die Stiftung Fledermausschutz steht bereit, um fachkundig zu helfen. Ob Fledermäuse in Ihrem Dachboden wohnen, verletzt aufgefunden wurden oder Sie Fragen rund um die Tiere haben: Die Expert:innen beraten Sie gerne und helfen Ihnen, die Fledermäuse zu schützen!

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Das Bild zeigt die berühmte Kapellbrücke in Luzern, bei Sonnenuntergang. Die Stadt ist auf der linken Seite zu sehen.

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