6 August 2026
Gewerbe und Industrie, Haushalte
Nachhaltigkeit spielt in der Schädlingsbekämpfung eine wichtige Rolle. Ziel ist es, Schädlinge wirksam zu bekämpfen und gleichzeitig die Auswirkungen auf Mensch, Tier und Umwelt möglichst gering zu halten. Ein wichtiger Ansatz ist die integrierte Schädlingsbekämpfung.
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Nachhaltige Schädlingsbekämpfung bedeutet, Schädlinge wirksam zu kontrollieren und gleichzeitig Mensch, Tier und Umwelt möglichst wenig zu belasten.
Dabei geht es nicht darum, vollständig auf Bekämpfungsmassnahmen zu verzichten, sondern die passende Methode gezielt und verantwortungsvoll einzusetzen.
Je nach Situation kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise vorbeugende Massnahmen, eine frühzeitige Überwachung von Schädlingsaktivitäten wie der Einsatz von Nützlingen, physikalische Verfahren oder biologische Lösungen. Ziel ist es, unnötige Eingriffe zu vermeiden und langfristig wirksame Lösungen zu schaffen.
Die integrierte Schädlingsbekämpfung (Integrated Pest Management, IPM) verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem verschiedene Massnahmen gezielt miteinander kombiniert werden.
Dabei steht nicht die einzelne Bekämpfungsmethode im Vordergrund, sondern die Frage, welche Massnahme in der jeweiligen Situation am sinnvollsten und nachhaltigsten ist.
Das Konzept wird häufig in einer Pyramide dargestellt. Die verschiedenen Stufen bauen aufeinander auf: von vorbeugenden Massnahmen über die Früherkennung bis hin zur gezielten Bekämpfung. Grundsätzlich gilt: Je früher ein Schädlingsproblem erkannt oder verhindert wird, desto einfacher, kostengünstiger und nachhaltiger lässt sich darauf reagieren.
Welche Massnahmen eingesetzt werden, hängt unter anderem von der Schädlingsart, der Befallssituation und dem Schadpotenzial ab. Entscheidend ist ein gezieltes Vorgehen, das den Einsatz von Bekämpfungsmitteln auf das notwendige Mass beschränkt.
Die wirksamste und nachhaltigste Schädlingsbekämpfung ist die, die gar nicht erst notwendig wird. Deshalb steht die Prävention am Anfang der integrierten Schädlingsbekämpfung. Ziel ist es, Schädlingen möglichst frühzeitig die Voraussetzungen für einen Befall zu nehmen.
Gerade in gewerblichen Bereichen können kleine Schwachstellen zu Problemen führen. Undichte Stellen am Gebäude, falsch gelagerte Waren oder eingeschleppte Schädlinge durch Lieferungen können eine Ansiedlung begünstigen.
Wichtige vorbeugende Massnahmen sind:
Gebäude und mögliche Eintrittsstellen abdichten
Lebensmittel, Rohstoffe und Abfälle sicher lagern
Hygienemassnahmen und regelmässige Reinigung sicherstellen
Waren und Verpackungen auf mögliche Einschleppungen kontrollieren
Durch konsequente Prävention lassen sich Befälle vermeiden und Schäden reduzieren.
Auch bei sorgfältiger Prävention können Schädlinge auftreten. Entscheidend ist deshalb, einen Befall möglichst früh zu erkennen, bevor grössere Schäden entstehen.
Durch regelmässige Kontrollen und geeignete Überwachungssysteme lassen sich erste Anzeichen eines Schädlingsbefalls frühzeitig erfassen. Dazu gehören beispielsweise Spuren wie Kot, Frassschäden oder gefangene Tiere in Monitoringfallen. Die genaue Bestimmung der Schädlingsart hilft dabei, die Situation richtig einzuschätzen und gezielte Massnahmen einzuleiten.
Gerade in gewerblichen Bereichen bietet ein professionelles Monitoring viele Vorteile. Probleme werden früh erkannt, Massnahmen können gezielt geplant werden und unnötige Einsätze oder der Einsatz von Bekämpfungsmitteln lassen sich reduzieren.
So trägt Monitoring dazu bei, Schädlingsprobleme langfristig unter Kontrolle zu halten und nachhaltige Lösungen umzusetzen.
Lässt sich ein Schädlingsbefall trotz Prävention und Monitoring nicht verhindern, ist eine gezielte Bekämpfung notwendig. Im Rahmen der integrierten Schädlingsbekämpfung stehen zunächst nicht-chemische Verfahren im Vordergrund. Nur wenn diese nicht ausreichen oder ein rasches Eingreifen erforderlich ist, kommen chemische Mittel zum Einsatz.
Nicht-chemische Bekämpfung
Nicht-chemische Verfahren sind oft die erste Wahl. Dazu gehören mechanische Massnahmen wie Fallen, physikalische Methoden wie Wärme- oder Kältebehandlung sowie biologische Ansätze wie der Einsatz von Nützlingen oder Kieselgur.
Chemische Bekämpfung
Chemische Mittel werden eingesetzt, wenn nicht-chemische Verfahren nicht ausreichen oder schnelles Handeln nötig ist. In der Schweiz ist ihr Einsatz gesetzlich geregelt und nur mit entsprechender Fachbewilligung zulässig.
Nachhaltige Schädlingsbekämpfung schützt einerseits Mensch, Tier und Umwelt, indem Bekämpfungsmittel gezielt und nur im notwendigen Mass eingesetzt werden. Dadurch lassen sich unnötige Belastungen für Böden, Gewässer und Lebewesen vermeiden.
Andererseits bedeutet Nachhaltigkeit auch, ein Schädlingsproblem langfristig zu lösen. Werden nicht nur die sichtbaren Schädlinge beseitigt, sondern auch die Ursachen eines Befalls erkannt und behoben, sinkt das Risiko eines erneuten Auftretens. Dazu können beispielsweise das Abdichten von Eintrittsstellen, eine angepasste Lagerung oder verbesserte Hygienemassnahmen beitragen.
So werden wiederholte Bekämpfungseinsätze vermieden, Ressourcen geschont und langfristig auch Kosten reduziert. Nachhaltige Schädlingsbekämpfung verbindet deshalb einen verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt mit einer möglichst dauerhaften Wirkung.